pn  05/02/17

 
original Pass auf, da Ruach geht um !

"der berg
²" heißt die neue CD von "der berg" mit Max Steiner. Am 26. Februar wird das Werk im Schloss Goldegg vorgestellt.
 
Franz Taferner

Goldegg. Wie nennt man jemanden, der nie genug bekommen kann ? Jemand, der alles. aber wirklich alls unternimmt, um zu viel Geld zu kommen.?
In manchen Regionen des Pongaus ist ein solcher Mensch ein "Ruach".
Maximilian Stener, Kopf der "schrägen" Musikgruppe "der berg" hat ein bemerkenswertes Lied über diese Art von Spezies geschrieben: "Pass auf, da Ruach geht um !" US-Präsident Georg Busch findet darin genauso Einzug, wie jener Nachbar, der einen Schuldenberg in Kauf nimmt, nur damit er sich auch wie sein Gegenüber als stolzer Besitzer eines Swimmingpools nennen darf. Max Steiner wäre nicht Max Steiner, würde da nicht auch eine erklecklich Portion Selbstironie mitklingen. Auch den Musiker erschwischt der "Ruach" weil er sich unbescheiden und neidisch auf andere einen musikalischen Hit wünscht.
        "Ruach" ist einer von elf Titeln auf der neuen CD von "der berg" die am 26.Februar um 20 Uhr in der Dachhalle im Schloss Goldegg präsentiert wird.
        Der Name "der berg" geht zurück auf die geographische und geologische Teilung des Bundeslandes Salzburg: Alles was sich nördlich des Pass Lueg befindet nennt man hier zu Lande "außer Gebirg", alles was südlich dieser Salzachschlucht liegt, "inner Gebirg". Weil in dieser Musikgruppe Inner- und Außergebirgler spielen und singen, nannte sie sich kurzerhand "der berg". Fünf hervorragende Musiker bilden derzeit das Ensemble ( siehe Interview ). Eine Musik auf der Suche nach den eigenen Wurzeln, die aber gleichzeit Weltoffenheit kundtun soll. Eine musikalische Öffnung der engen Alpenwelt mit dem immer mehr ineinander verflochtenen Globus, ohne dabei das eigene Ich, die Heimat zu verleugnen.
           Das Ergebnis sind kritische, lustige, aber auch berührende Lieder, so wie etwa de Titel "Bleibst" - eine Liebeserklärung zweier Menschen. Zart, vorsichtig, ja sogar scheu vorgetragen. Und doch, oder vielleicht gerade deshalb: Sie, die Liebe, ist in ihrem Herbst nach wie vor kribbelnd, dankbar und voller Leben.

 

   
 pn 05/02/17